Drei sexualisierte Morde in drei Monaten lassen Leipzig erzittern. Paul Stainer arbeitet am Rand der Erschöpfung; seine Depression lauert wie eine zweite Schicht unter der Uniform. Als auf der Technischen Messe die Unternehmergattin Eva-Maria Dorn überfallen wird, entsteht erstmals eine Spur, die mehr ist als Zufall. Ein junger Anarchist, Deckname „Schlange“, frisch aus russischer Kriegsgefangenschaft, taucht in den Akten auf. Doch sein Motiv passt nicht zu allen Taten, sein Muster nicht zu jeder Wunde. Zwischen politischer Aufheizung, wirtschaftlicher Not und privater Notlüge beginnt ein Puzzle, in dem Bilder erst spät greifen.
Finale einer Jagd: Was Wahrheit kostet
Stainer und Junghans arbeiten sich durch Alibis, Legenden und die wechselhafte Moral einer Zeit, in der Regeln verhandelbar scheinen. Eva-Maria Dorn spielt eine undurchsichtige Rolle – Opfer, Zeugin, Akteurin? Der vermeintliche Serienmörder erweist sich als Regisseur, der Täuschung als Methode nutzt. Am Ende steht nicht nur die Frage, wer tötet, sondern auch, was die Stadt mitträgt, wenn sie wegschaut. Um die „Bestie von Leipzig“ zu stoppen, muss Stainer entscheiden, was er opfert, wem er vertraut und wie weit er gehen darf, ohne sich selbst zu verlieren. „Evas Rache“ schließt den Stainer-Bogen, indem es zeigt, wie Wahrheit, Macht und Wunschdenken aufeinanderprallen – und dass Gerechtigkeit selten ohne Preis kommt.
