Zwischen Leben & Zeilen

Zwischen Leben & Zeilen

Auszeichnung: Goldener Homer 2020 für „Das weiße Gold der Hanse“

16. Juli 2020

Mein Wunschcover: die Fassade des Lübecker Heiligen-Geist-Hospitals. Mein Wunschtitel: Das Haus des Erbarmens. Doch der Autor hat im Verlag selten das letzte Wort. Dass eine Jury aus Kollegen mich dennoch mit dem Goldenen Homer ausgezeichnet worden war bedachte, hat mich sehr dankbar gemacht und mächtig gefreut. Und mich in meiner Arbeit bestätigt, denn Dieser Preis würdigt historische Romane, die sorgfältige Recherche mit erzählerischer Tiefe verbinden – ein Anspruch, der mich begleitet, sobald ich als Erzähler beginne, in eine vergangene Epoche einzutauchen.

Der Roman führt ins Lübeck des 13. Jahrhunderts und folgt dem Lebensweg einer historischen Figur: Bertram Morneweg, der vom schiffbrüchigen Waisenjungen zum Kaufmann und Ratsherrn aufstieg. In der monatelangen Arbeit an diesem Stoff habe ich nicht nur Fakten aufgespürt, sondern auch die Seele dieser Geschichte: Aus der historischen Vorlage erwuchs ein Mensch, dessen Sehnsüchte und Konflikte die Dramaturgie der Erzählung tragen.

Der Goldene Homer würdigt mein Ringen um die Balance zwischen historischer Genauigkeit und literarischer Freiheit ebenso wie meine Suche nach einer Erzählstimme, die der geschilderten Epoche gerecht wird.

Der Preis bestätigt mir nicht allein mein Handwerk, sondern vor allem die Haltung, mit der ich historische Romane schreibe: den Menschen der Vergangenheit auf Augenhöhe zu begegnen, als wären sie Zeitgenossen.

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